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Das Team kommt zu Wort



Interview mit Zsófia Ujlaki

 

Zsófi, Du gehörst seit September zum Jahresteam - wie bist Du zu WDL gekommen?

Ich komme aus Ungarn. 2005 war ich hier Sommerhelferin. Da habe ich vom FSJ gehört. Die Idee hat mir sehr gefallen: ein Jahr hier zu dienen, geistlich zu wachsen und meine Sprachkenntnisse zu erweitern.

 

In welchem Bereich arbeitest Du?

Ich arbeite in der Hauswirtschaft mit einer großen Bandbreite an Aufgaben. Man langweilt sich nie. Zu den Aufgaben gehören: Zimmer putzen, Service machen, Tisch decken, abräumen, spülen, abtrocknen, Waschbecken, Dusche und WCs putzen und Wäsche machen. Und bevor wir dann Däumchen drehen, kommt die Liste mit den Sonderdiensten (Sauna, Fenster…) an die Reihe. Wir haben wirklich viel Spaß bei der Arbeit!

 

Was gefällt Dir hier gut?

Die Umgebung ist einfach überwältigend. Ich wohne direkt am Seeufer in einer Burg im sogenannten Turmzimmer; man fühlt sich hier wirklich wie eine Prinzessin.

Die Gemeinschaft ist echt super und wir haben viel Spaß miteinander. Hier legt man viel Wert darauf, dass wir auch geistlich wachsen können. Außerdem gibt´s 1000 verschiedene Möglichkeiten Sport zu machen.

 

Was war für Dich eher schwierig?

Natürlich ist das Leben auch hier nicht immer so einfach Im Januar hatte ich einige Schwierigkeiten: Ich hatte furchtbares Heimweh und habe mich so allein gefühlt, obwohl alle nett zu mir waren. Ich bin ein Typ, der sehr herzlich und offen ist. In Ungarn umarmen die Leute sich öfters und drücken auch körperlich aus, was sie fühlen.

Hier habe ich das nicht erlebt und ich habe es vermisst. Anderseits rede ich eigentlich ziemlich viel – aber wegen der Sprache war ich zurückhaltend, habe fast immer zugehört und fast gar nichts geredet. Nach einiger Zeit war das zu viel für mich. Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht ich selbst sein kann und der Druck nur schlimmer wird, wenn ich hier bleibe.

Ich habe wirklich überlegt, ob ich nach Hause fahren und alles hier hinter mir lassen soll..

In dieser Zeit habe ich öfters mit unserem Leiter geredet und er hat mir geraten, mir einfach Zeit zu lassen. Ich habe innerlich viel gekämpft, weil ich weg wollte und trotzdem war mir klar, dass Gott mich hier sehen möchte.

Und dann hat es „klick“ gemacht: Gott funktioniert so, wie ein GPS. Wäre ich weggefahren, hätte Gott meinen Weg neu geplant und mich zu Hause gebraucht. Aber sein ursprünglicher Plan war, dass ich hier bleibe. Ich habe in dieser schwierigen Zeit sehr viel gebetet und Bibel gelesen. Gott hat mich gestärkt und mir seinen Frieden gegeben - ich habe mich nach 2 Wochen wieder wohl gefühlt.

 

Was hat Dir die Zeit hier gebracht?

Ich wollte hier geistlich wachsen, lernen Gott zu dienen und sprachlich weiter kommen.

Ich denke, diese Ziele habe ich erreicht und Gott hat mich sehr verändert. Ich genieße es, dass ich mehr Zeit habe, christliche Bücher zu lesen. Ich habe hier gute Freundschaften geschlossen und echte Freunde gefunden.

 

Wie geht es für Dich nach WDL weiter?

Momentan finde ich es echt schade, dass ich schon Ende Juli nach Hause fahre. Im September beginnt die Schule wieder - mein letztes Jahr im Gymnasium. Im August muss ich Fächer wiederholen und mich auf die Schule vorbereiten. Ich besuche ein zweisprachiges Gymnasium und muss das Abitur auch auf Deutsch machen. Außerdem müssen wir das DSD (Deutsche Sprachdiplom) machen. Dafür müssen wir ein Thema auswählen und darüber 30 Seiten schreiben. Ich habe WDL gewählt, damit die Leute von diesem Missionswerk hören.

Ich bin Gott wirklich dankbar, dass ich in diesem Jahr so vieles erleben durfte!

 

Das Interview führte Ulrike Reitz.

 




Bericht von Alex P.

 

Als ich vor ca. 10 Jahren mit meiner Familie auf einer Musikwoche bei WDL war, hätte ich nie gedacht, dass ich einmal ein ganzes Jahr dort verbringen sollte.

 

Seit September leiste ich meinen Zivildienst in Form eines FSJ bei WDL. Mir war wichtig, diese Zeit nicht irgendwie abzusitzen, sondern sinnvoll zu nutzen: Geistlich zu wachsen, Gleichgesinnte und eine Art Betreuung zu haben. Da ich KFZ-Mechaniker bin, lag mein Arbeitsbereich von vorneherein schon fest: Ich darf zusammen mit Eugen Knaus (Fuhrparkleiter) Autos und Geräte warten, instand halten und reparieren. Ich finde es sehr hilfreich, dass wir zu zweit sind und voneinander lernen können. Manchmal kann die Arbeit wirklich sehr herausfordernd sein. Was ich sehr bereichernd finde, ist das Jahresteamprogramm hier. Der Austausch unter uns 15 Jungs am Montagabend gestaltet sich sehr offen und ehrlich; es werden typische Probleme von uns Männern angesprochen und thematisiert. Das gibt mir die Möglichkeit, meine Werte und Denkmuster zu überdenken.

 

Andererseits ist mir die Gemeinschaft und der Spaß mit den Anderen auch außerhalb von Arbeit und Gruppenterminen sehr wichtig. Sportliche Aktionen wie z. B. Volleyball, eine Radtour um den See, Spieleabende in einer der Unterkünfte oder ein Ruderbootausflug auf die Roseninsel gehören zur Freizeitbeschäftigung des Jahresteams.

 

Mein Ziel in diesem Jahr ist, auf jeden Fall persönlich zu reifen, dabei andere Christen kennen zu lernen und Gottes Plan in meinem Leben zu entdecken.

 

Alexander Paulus - FSJ